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ePA, FHIR und TI erklärt: Was Softwareprojekte im Gesundheitswesen wissen müssen
Die elektronische Patientenakte (ePA) ist die zentrale digitale Akte der gesetzlich Versicherten, FHIR der Standard, in dem Gesundheitsdaten strukturiert ausgetauscht werden, und die Telematikinfrastruktur (TI) das geschlossene Netz des deutschen Gesundheitswesens, über das dieser Austausch läuft. Wer Software baut, die Gesundheitsdaten verarbeitet, kommt an diesen drei Begriffen nicht vorbei.
Die drei Begriffe kurz erklärt
- ePA (elektronische Patientenakte): die zentrale digitale Akte der gesetzlich Versicherten. Seit Anfang 2025 wird sie automatisch angelegt, sofern Versicherte nicht widersprechen (Opt-out). Dort landen unter anderem Befunde, Arztbriefe und die Medikationsliste.
- FHIR (Fast Healthcare Interoperability Resources): ein internationaler HL7-Standard, der Gesundheitsdaten in einheitliche Bausteine gliedert – sogenannte Ressourcen wie Patient, Befund oder Medikation – und sie über moderne Web-Schnittstellen (REST, JSON) austauschbar macht.
- TI (Telematikinfrastruktur): das geschlossene, gesicherte Netz des deutschen Gesundheitswesens, verantwortet von der gematik. Über die TI laufen die ePA, das E-Rezept und Dienste wie KIM für die sichere Kommunikation zwischen Leistungserbringern.
Wer betroffen ist
- Softwarehersteller: Anbieter von Praxis-, Klinik- und Apothekensoftware müssen die TI-Anwendungen in ihre Produkte integrieren.
- Krankenkassen: stellen ihren Versicherten die ePA und die zugehörigen Apps bereit.
- Leistungserbringer: Praxen, Kliniken und Apotheken sind an die TI angeschlossen und arbeiten mit ePA, E-Rezept und KIM.
- Anbieter mit Gesundheitsdaten: Health-SaaS, digitale Gesundheitsanwendungen und Medtech-Produkte, die Daten strukturiert mit dem Gesundheitssystem austauschen wollen, kommen früher oder später zu FHIR und TI.
Was eine Anbindung praktisch bedeutet
Eine TI- oder ePA-Anbindung ist kein gewöhnliches API-Onboarding. Je nach Rolle durchlaufen Produkte Zulassungs- oder Bestätigungsverfahren der gematik. Technisch heißt das: die einschlägigen gematik-Spezifikationen umsetzen, die geforderten FHIR-Profile korrekt abbilden, sichere Identitäten und Authentifizierung über die TI einbinden und die Anwendung in Test- und Referenzumgebungen nachweisen. Das ist machbar, braucht aber Vorlauf und Erfahrung mit den Spezifikationen.
Typische Stolpersteine
- FHIR ist ein Rahmen, kein Fertigprodukt: Entscheidend sind die deutschen Profilierungen, die festlegen, wie Ressourcen konkret aussehen müssen. Wer nur den Basisstandard implementiert, ist nicht anschlussfähig.
- Spezifikationen ändern sich: gematik-Vorgaben entwickeln sich in Stufen weiter. Versionswechsel gehören von Anfang an in die Planung.
- Verfahren brauchen Vorlauf: Test-, Bestätigungs- und Zulassungsschritte dauern – wer sie erst am Projektende einplant, verliert Monate.
- Datenschutz von Anfang an: Gesundheitsdaten sind besondere Kategorien nach Art. 9 DSGVO. Rechtsgrundlage, Verschlüsselung und Berechtigungen müssen vor dem Bau geklärt sein, nicht danach.
Unsere Erfahrung
Unser Team hat an einer ePA-Anwendung mitgearbeitet und kennt FHIR-Profile, gematik-Spezifikationen und die praktischen Hürden einer Anbindung aus der Projektarbeit. Wenn Sie ein Softwareprojekt planen, das Gesundheitsdaten verarbeitet oder an die TI angebunden werden soll, besprechen wir im Erstgespräch, was Ihr Vorhaben konkret braucht.
FAQ
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen ePA und TI?
Die ePA ist eine Anwendung: die zentrale Patientenakte der Versicherten. Die TI ist die Infrastruktur darunter – das geschlossene Netz, über das die ePA und weitere Dienste wie das E-Rezept laufen.
Muss meine Software FHIR unterstützen?
Sobald sie strukturiert Daten mit der ePA oder anderen TI-Diensten austauschen soll, praktisch ja. FHIR ist der festgelegte Standard; entscheidend sind die deutschen Profile, die vorgeben, wie die Daten konkret aussehen müssen.
Ist die ePA für Versicherte verpflichtend?
Sie wird seit Anfang 2025 automatisch für gesetzlich Versicherte angelegt, Versicherte können aber widersprechen (Opt-out) und Zugriffe steuern.
Hat appDev Erfahrung mit der ePA?
Unser Team hat an einer ePA-Anwendung mitgearbeitet und kennt die Spezifikationen und Abläufe einer Anbindung aus der Praxis.